Die EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR) verpflichtet Etsy-Verkäufer, die physische Artikel an Käufer in der EU verkaufen, dazu, Herstellerangaben, Konformitätsinformationen und Sicherheitskontakte auf Artikelseiten und Verpackungen anzugeben.

Wenn du physische Produkte an Käufer in der Europäischen Union verkaufst, ist die Einhaltung dieser Vorgaben Pflicht, damit deine Artikelseiten in der Suche sichtbar bleiben und du keinen Ärger mit den Marktüberwachungsbehörden bekommst. Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie du diese Sicherheitsanforderungen effizient umsetzt.

Was die GPSR für deinen Etsy-Shop bedeutet

Die Produktsicherheitsverordnung (GPSR) gilt für jeden Etsy-Shop, der physische Artikel an Käufer in der EU oder in Nordirland verkauft. Um rechtssicher zu verkaufen, musst du deutliche Angaben zum Hersteller, lokalisierte Sicherheits- und Warnhinweise sowie eine klare Verkäuferidentifikation auf deinen Artikelseiten und Verpackungen angeben.

Digitale Downloads sind ausgenommen, aber Vintage-Artikel (außer Antiquitäten), Handgemachtes und personalisierte Produkte fallen unter die GPSR. Wenn du physische Ware in die EU versendest, musst du diese Pflichtangaben erledigt haben (eine verantwortliche Person in der EU nur, wenn der Hersteller außerhalb der EU sitzt), bevor du eine Bestellung als versendet markierst:

  • EU-Verantwortliche Person: Ein benannter Wirtschaftsakteur mit Sitz in der EU (z. B. ein Bevollmächtigter, Importeur oder Fulfillment-Dienstleister), dessen Name sowie Post- und E-Mail-Adresse für Zollbehörden und Käufer leicht zugänglich sind.

  • Herstellerangaben: Der offizielle Firmenname und die verifizierte Kontaktadresse des tatsächlichen Herstellers (wenn du die Artikel selbst herstellst, sind das die Daten deines eigenen Shops).

  • Warnhinweise im Artikel: Spezifische Gefahrenhinweise, Altersbeschränkungen oder Gebrauchsanweisungen, die direkt in deiner Artikelbeschreibung stehen und als physische Etiketten im Paket beiliegen.

Entscheidungsregel: Wenn du maßgefertigte physische Produkte herstellst (wie z. B. eine „personalisierte Lederbörse“) und von außerhalb der EU verkaufst, ohne eine EU-Verantwortliche Person benennen zu können, solltest du EU-Versandziele in deinen Versandprofilen deaktivieren, um Kontosperren und Zollprobleme zu vermeiden.

Wer eine EU-Verantwortliche Person benötigt

Wenn du physische Produkte aus einem Nicht-EU-Land an Käufer in der EU oder Nordirland verkaufst, musst du eine EU-Verantwortliche Person benennen. Digitale Downloads sind ausgenommen. Dieser Vertreter muss seinen Sitz in der EU haben, sicherstellen, dass deine technischen Unterlagen einsehbar sind, und als offizieller Ansprechpartner für Marktüberwachungsbehörden fungieren.

So wählst du den passenden Weg für deinen Shop:

  • Externe Dienstleister (Compliance-Agenturen): Spezialisierte Agenturen agieren gegen eine wiederkehrende Gebühr als dein rechtlicher Vertreter – ideal für unabhängige Handmade- oder Print-on-Demand-Shops mit Sitz außerhalb der EU.

  • EU-Importeur oder Händler: Wenn du Waren an einen Großhändler oder Distributor in der EU lieferst, kann dieser rechtlich als dein Vertreter fungieren.

  • Niederlassung in der EU: Wenn du deinen eingetragenen Unternehmenssitz in einem EU-Mitgliedsstaat hast (z. B. in Deutschland), erfüllt dein eigenes Unternehmen diese Vorgabe bereits direkt.

Für spezielle Kategorien wie Spielzeug solltest du unseren Leitfaden zur Einhaltung der Richtlinien für Kinderprodukte konsultieren, um sicherzustellen, dass deine technischen Unterlagen den geforderten Sicherheitsnachweisen deines EU-Vertreters entsprechen.

Siehe auch: Leitfaden zur Einhaltung der Richtlinien für Kinderprodukte.

Wer eine EU-Verantwortliche Person benötigt

So aktualisierst du deine Etsy-Listings für die GPSR

Um deine Angebote für die GPSR-Konformität zu aktualisieren, öffne deinen Etsy Shop Manager, gehe zu „Artikel“, wähle die betreffenden Angebote aus und fülle die speziellen Felder für die EU-Verantwortliche Person und den Hersteller mit der vollständigen Adresse und E-Mail-Adresse aus, bevor du an Käufer in der EU versendest.

Verstecke diese Pflichtangaben nicht in deiner Artikelbeschreibung oder in den Shop-Richtlinien. Etsy stellt im Artikel-Editor eigene Eingabefelder bereit, damit Käufer und Behörden die Pflichtangaben direkt auf der Artikelseite sehen.

  1. Öffne den Shop Manager und klicke auf Artikel.

  2. Wähle ein Angebot aus, das in die EU geliefert wird, und scrolle zum Bereich für Sicherheits- und Konformitätsangaben.

  3. Wähle deine gespeicherte EU-Verantwortliche Person aus deinen Profilen aus oder erstelle ein neues Profil mit dem vollständigen Namen, der Firmenadresse und der E-Mail-Adresse.

  4. Wähle oder erstelle die Angaben zum Hersteller. Wenn du das Produkt selbst herstellst, gib deinen eigenen Firmennamen, deine Straße mit Hausnummer und deine E-Mail-Adresse ein.

So sehen konforme im Vergleich zu nicht-konformen Angaben in der Praxis aus:

  • Nicht konform: Unvollständige Angaben wie „Handgemacht von Sarah, Kalifornien“ oder allgemeine Support-Mail-Adressen wie „hilfe@meinshop.de“ ohne vollständige Postanschrift.

  • Konform: „Musterhandwerk GmbH, Musterstraße 1, 12345 Berlin, Deutschland, kontakt@musterhandwerk.de“. Sitzt der Hersteller außerhalb der EU, kommt die Adresse der verantwortlichen Person in der EU hinzu.

Standards für Verpackung, Kennzeichnung und Warnhinweise

Nach der Produktsicherheitsverordnung (GPSR) benötigt jedes physische Produkt, das an EU-Käufer versendet wird, Produktsicherheits-Etiketten auf dem Artikel selbst oder auf der Verpackung. Du musst deine Kontaktdaten, bei Herstellern außerhalb der EU die Angaben zur verantwortlichen Person in der EU, Chargennummern oder SKU-Rückverfolgungscodes sowie die vorgeschriebenen Sicherheitswarnungen in der Amtssprache des Ziellandes anbringen.

Befolge bei physischen Verpackungen diese einfache Regel: Wenn dein Artikel verschluckbare Kleinteile, scharfe Kanten oder leicht entflammbare Materialien enthält, bringe einen deutlichen Warnsticker direkt auf der Hauptverpackung an. Verwende immer die Amtssprache des Ziellandes (z. B. Französisch für Frankreich, Deutsch für Deutschland) statt dich nur auf Englisch zu verlassen. Nutze vor dem Versand einen Etsy Listing-Checker, um sicherzustellen, dass deine digitalen Sicherheitsangaben perfekt mit deinen physischen Verpackungslabels übereinstimmen.

  • Rückverfolgbarkeitscode: Drucke eine eindeutige SKU, Chargennummer oder Losnummer direkt auf das Etikett.

  • Sprachliche Anpassung: Übersetze Warnhinweise in die offizielle Amtssprache des EU-Ziellandes.

  • Kontaktdaten der verantwortlichen Stelle: Führe den Namen, den eingetragenen Handelsnamen und die Post- sowie E-Mail-Adresse der verantwortlichen Stelle gut lesbar auf.

Siehe auch: Etsy Listing-Checker.

Schnelles Shop-Audit für den EU-Versand

Um deinen Shop schnell auf die Einhaltung der EU-Vorgaben zu überprüfen, sortiere deine aktiven Artikel nach Risikoklassen, aktualisiere die Hersteller- und EU-Verantwortliche Person-Attribute per Massenbearbeitung und passe deine Versandprofile an. Wenn der Aufwand für einzelne Artikel deinen Umsatz in der EU übersteigt, schränke den Versand in die EU vorübergehend ein, bis deine Angebote alle gesetzlichen Kriterien erfüllen.

Schritt-für-Schritt-Protokoll für dein Shop-Audit

  1. Risikoreiche SKUs filtern: Sortiere dein Sortiment im Shop Manager nach Kategorien. Priorisiere Produkte wie Spielzeug, Accessoires mit Hautkontakt oder Elektronik gegenüber einfachen Papier-Prints.

  2. Attribute per Massenbearbeitung aktualisieren: Wähle mehrere Artikel gleichzeitig aus, klicke auf Bearbeiten und füge die erforderlichen Herstellerangaben sowie Daten zur EU-Verantwortlichen Person einheitlich für ganze Produktlinien ein – das spart dir Stunden manueller Arbeit.

  3. Versandziele anpassen: Wende eine einfache Regel an: Fehlen bei einem Artikel die erforderlichen Sicherheitsdokumente, bearbeite das zugewiesene Versandprofil und entferne die Länder der Europäischen Union als Ziel, während der Inlandsversand aktiv bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Gilt die GPSR auch für digitale Downloads auf Etsy?

Die Produktsicherheitsverordnung gilt für den Verkauf physischer Produkte an Käufer in der Europäischen Union. Digitale Downloads und nicht-physische Artikel sind von diesen Anforderungen ausgenommen. Wenn du in deinem Shop jedoch physische Waren neben digitalen Dateien verkaufst, müssen deine physischen Artikel alle Pflichtangaben und Kennzeichnungsstandards erfüllen.

Was passiert, wenn bei einem Etsy-Listing die GPSR-Angaben fehlen?

Etsy kann Angebote für Käufer in der Europäischen Union ausblenden oder deaktivieren, wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheits- und Kontaktangaben fehlen. Zudem können Zollbehörden in der EU nicht-konforme Pakete einbehalten oder zurückschicken. Wenn du deine Herstellerfelder und Sicherheitsbestätigungen zügig aktualisierst, vermeidest du Verwarnungen und Lieferverzögerungen.

Wer kann als EU-Verantwortliche Person für Verkäufer außerhalb der EU fungieren?

Als EU-Verantwortliche Person kann ein Bevollmächtigter, ein Importeur oder ein spezialisierter Compliance-Dienstleister mit Sitz in der Europäischen Union eingesetzt werden. Diese Person dient den EU-Behörden als Ansprechpartner für Produktsicherheitsfragen. Verkäufer von außerhalb der EU müssen diesen Kontakt angeben, um physische Artikel in Europa zu verkaufen.

Benötigen handgemachte Artikel ebenfalls Sicherheitswarnungen nach der GPSR?

Ja, handgemachte Produkte unterliegen beim Verkauf in die EU denselben Sicherheits- und Transparenzregeln wie industriell gefertigte Ware. Verkäufer müssen deutliche Warnhinweise, Gebrauchsanweisungen sowie Hersteller- und Kontaktdaten bereitstellen – unabhängig davon, ob das Produkt einzeln von Hand gefertigt oder in Serie hergestellt wurde.

Referenzen

  1. Verkäuferrichtlinie

  2. Richtlinie zu verbotenen Artikeln

  3. Was ist eine Gebühr für den Ausgleich von Regulierungsaufwendungen?

  4. Verkäuferhandbuch